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FORMEL 1
Offener Flügel am Kurvenausgang bei Vettel im Qualifying in Brasilien
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Offener Flügel am Kurvenausgang bei Vettel im Qualifying in Brasilien

Klappe auf, Klappe zu, Sport tot.

Von Guido Quirmbach05.12.11-10:07

Der verstellbare Heckflügel hat seine erste Saison hinter sich. Hat er was gebracht?

Vor Saisonbeginn schrieb ich hier einen Kommentar zum verstellbaren Heckflügel und tat dort, wie man es ja nun mal in einem Kommentar darf und soll, meine Meinung kund. Und nach der Saison muss ich sagen, dass sich an meiner ablehnenden Haltung nichts geändert hat, auch wenn es teilweise anders lief, als ich dachte. So war die Linie für die Abstandsmessung meist so gewählt, dass kein Spielraum für taktische Aktionen blieb, das wurde sicher gut gelöst.

Was aber hat der verstellbare Flügel gebracht?

Ich kann mich an kein Rennen erinnern, wo der Flügel das Spannungselement erhöht hat. Entweder hat es gar nichts gebracht oder aber machte den Vordermann zum hilflosen Opfer.

Nochmals, nicht dass es hier ein Missverständnis gibt: Ich freue mich über jedes Überholmanöver, aber für mich gehört zu einem Zweikampf auch das Verteidigen der Position. Und beispielsweise in Istanbul oder Spa war das in meinen Augen geradezu lächerlich, wenn der Hintermann rund 20 km/h schneller am Vordermann vorbeifuhr. Flügel auf, Flügel zu, Sport tot. Dazu darf man eins nicht vergessen: Nur selten gab es in diesen Situationen einen Zweikampf über mehrere Runden. Im Gegenteil, der Hintermann kam aufgrund der besseren Reifen meist in Riesenschritten näher und flog geradezu vorbei. Nur wie wir ja wissen, ranfahren ist das eine, vorbeifahren das andere. So sollte es jedenfalls sein. Der Heckflügel hat da die Fans mehrfach um einen vielleicht schönen Kampf betrogen.

Vor Unfällen blieben wir zum Glück verschont, obwohl die Systeme mehr als nur einmal versagten. Es gab nur harmlose Ausrutscher im Training.

Apropos Training: Selbst auf einer kurzen Strecke wie Brasilien lagen zwischen der Trainingsbestzeit und der schnellsten Rennrunde mehr als 3 Sekunden. Einen solch grossen Unterschied gab es zuletzt in den Turbo-Zeiten mit Spritlimit, grenzenlosem Ladedruck im Quali und Qualifikationsreifen. Denn im Training können die Piloten ja den Flügel verstellen, wie sie wollen, sprich, wann immer sie aufs Gas gingen, wurde der Luftwiderstand reduziert. Was sicher je nach Strecke zwischen 1-2 Sekunden extra gebracht hat. Während im Rennen der Flügel ja nur auf vorher definierten Stellen geöffnet werden durfte.

Weit mehr als der Flügel führten die unterschiedlichen Reifenmischungen bzw. deren Verschleiss zu Überholmanövern. Auch wenn ich immer noch ein Freund davon bin, dass alle zu jedem Zeitpunkt die gleichen Bedingungen haben, so muss ich zugeben, dass die unterschiedlichen Reifenmischungen von Pirelli viel Würze ins Rennen gebracht haben. Und hier spielt ja auch eine Rolle, wie Fahrer und Auto mit den Reifen umgehen, was im Rennsport schon immer ein wichtiger Faktor war.

Ich würde mir nur noch wünschen, dass der Zwang, mehrere Mischungen zu verwenden, aufgehoben wird und dass Pirelli noch einen Reifen bringt, der unter Umständen auch das ganze Rennen halten würde. Hier kämen neue Elemente ins Spiel. Bin ich insgesamt schneller mit einem, zwei oder gar ganz ohne Stopp?

Und wenn dann noch der Blödsinn mit Flügel wegfällt, wäre es wieder eine fast perfekte Formel 1. Zumindest für meinen Geschmack!

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POSTINGS

Posting von Anonym am 07.12.11 00:05:27
""""""Der überholte kann sich dann "ranklemmen" und das selbe tun. Nur hat man oft gesehen, das es eben nicht funktionierte, das der DRS Überholer oftmals auch so schneller war."""""""
Genau, mit DRS hat es das bessere Auto noch leichter und ein Kampf entfällt. Ist der schwächere erst mal auf der Geraden dank DRS überholt, spielt der stärkere seinen Grundvorteil aus und fährt weg so dass dem Hintermann auch DRS nichts nutzt.

"""""""Ohne DRS hätte der schnellere halt hinter seinem Vordermann wie früher der Hinterradaufhängung beim Arbeiten zusehen können. Ist das die erstrebenswerte Alternative?"""""""""

Ja! Rein vom Racing fand ich den Kampf Petrov/Alonso klasse. Für einen Alonso oder Ferrari Fan sicher ärgerlich, aber rein vom Racing her wars klasse.
Posting von MEK1 am 06.12.11 21:29:06
Der überholte kann sich dann "ranklemmen" und das selbe tun. Nur hat man oft gesehen, das es eben nicht funktionierte, das der DRS Überholer oftmals auch so schneller war. Ohne DRS hätte der schnellere halt hinter seinem Vordermann wie früher der Hinterradaufhängung beim Arbeiten zusehen können. Ist das die erstrebenswerte Alternative? Fast ein jeder leiert immer wieder die gleiche Beschwörungsformeln runter. Mechanischen Grip erhöhen- Fette Reifen, das ganze Unterbodenzusatzflügelwindleitblechchendufusorkanal geschmarrn verbieten, dazu normale Flügel vorne und hinten. Dann braucht man kein KERS, DRS, ABS, AOK, DDR, ABC, ESP, HDI, oder wie oder was auch immer.
Nur wird das von den verantwortlichen immer wieder ignoriert. Lieber wird dann ein Energierückgewinnungssystem den normalen Menschen als Umweltfreundlich und Innovation verkauft. Das allein für die Batterien soviel giftiger Umweltmüll ansteht, interessiert ja keinen. Auch nicht das die Batterien ja mehr gewechselt werden, als Reifen.

Manchmal wünsche ich mir die Zeit des Wettrüstens und der verschiedenen Reifenhersteller zurück.
Posting von guenter am 06.12.11 10:10:34
Ich habe zu DRS eine geteilte Meinung. Einerseits finde ich es gut, dass es solche Aktionen wie Alonso/Petrov verhindert. Andererseits sollte ein Überholmanöver noch immer etwas Besonderes sein.

Wie DRS im Training gehandhabt wird (immer und überall erlaubt) ist für mich ein kompletter Schwachsinn.
Mein Vorschlag wäre:
Freies Training am Freitag - DRS ist in der DRS Zone immer erlaubt, damit die Teams die Getriebeübersetzung bestimmen können.
Freies Training am Samstag - DRS ist nur erlaubt wie im Rennen, in der DRS Zone wenn man am Messpunkt innerhalb der einen Sekunde ist.
Qualifying - DRS ist überhaupt nicht erlaubt. DRS ist ja nur eine Überholhilfe.

Man kann ja auch darüber nachdenken, dass das DRS im Rennen nicht beliebig oft von jedem Fahrer verwendet werden darf. Es könnte ja z.B. nur 8x (kann auch weniger oder öfter sein) im Rennen von einem Fahrer verwendet werden?

Andererseits könnte man sich das DRS sparen, wenn die Benützung des KERS anders vom Reglement umgesetzt wird. Jetzt ist es ja so, dass die Fahrer ja alle das KERS immer an den gleichen Stellen einsetzen und so der Hintermann keine Überholchance hat.
Posting von Anonym am 06.12.11 08:13:34
Die neuen Reifen wären Änderung genug gewesen um Spannung fair zu erzeugen bzw. nicht künstlich. Es ist ja so, es gibt bessere und schwächere Autos. Läuft ein schnelleres Auto auf ein schwächeres auf, kann es Kampflinie fahren, so gab es bis jetzt immer einen Kampf, spontan fällt mir Alonso/Petrov in Abu Dhabi 2010 ein, aber es gibt bestimmt bessere. DRS vereinfacht das Überholmanöver einfach, zack, das schnellere überholt und spielt dann seine Überlegenheit aus indem es wegfährt, das langsamere kann sowieso nicht mithalten. Also ist DRS sogar kontraproduktiv, für den echten Motorsportfan zumindest, für die Vettel-gröhlenden Trittbrettfahrer-"Fans" ist das sicher toll, nur getoppt von Crashes. Aber für mich ist das Humbug, genau wie Kers (Millionen teuer und jeder setzt es an der selben Stelle ein). Dass die Autos mit der neuen Aerodynamik einfach nur, sorry, kackhässlich aussehen, tut sein übriges.
Posting von Stefan am 05.12.11 18:10:47
Genau so ist es: Ich war jahrelang F1-Fan, habe jedes Rennen gesehen, aber heuer fast keines mehr...
Mir fällt da immer ein Vergleich mit dem Fußball ein: Was würden die Fußball-Fans sagen, wenn die FIFA die Tormänner verbietet, damit mehr Tore fallen?
So ähnlich ist das: Ich will natürlich Überholmanöver sehen, aber eben echte Überholmanöver mit einem ordentlichen Zweikampf. Und nicht das...
Posting von speed am 05.12.11 17:28:31
Der verstellbare Heckflügel ist der größte Schwachsinn den die Formel I je gebracht hat. Was hat diese künstlich erzeugte Spannung mit einem realistischen Rennverlauf zu tun. Gerade in der Formel I welche sich die Königsklasse des Rennsports nennt sollte auf solche Spielereien verzichtet werden. Es gibt auch noch reichlich genug Schwachköpfe die diese ungleichen Überholmanöver als Superklasse -Racing bezeichnen.
In der Königsklasse sollte auf der Rennstrecke zur Abwechslung, Spannung und Unterhaltung der Zuschauer mal wieder richtig Mann gegen Mann gekämpft und gefahren werden.
Hartwig
Posting von JamesHunt am 05.12.11 12:39:40
Dieser ganze Artikel ist für mich, von Inkompetenz durchsetzt.
In anderen Motorsportklassen wo das Ansaugen durch Windschatten möglich ist, passiert genau das Gleiche. Der Hintermann kann überholen. Und sofern Leistungsgleichheit besteht, hat daraufhin der Überholte die gleiche Chance. Vorher war es in der Formel 1 halt so, dass der Hintere, obwohl schneller, 70 Runden hinterher fahren musste, das nennen Sie dann "Zweikampf". Hab mich ausgeschüttet vor Lachen.
Posting von AS76 am 05.12.11 11:49:55
Tja, wenn es mit der Aerodynamischen Beschränkung in den letzten Jahren schon nicht geklappt hat, das wir mehr Überholmanöver sehen, dann eben mit Gewalt, wäre doch gelacht.
Ich dachte aber, das der gerade Überholte wenigstens dann in den darauf folgenden Runden wieder zurück überholen kann, zumindest wenn die beiden Konkurrenten fast ebenbürdig sind. Aber solche Manöver blieben einfach aus, somit hatte das mit "mehr Spannung" nichts zu tun.

Von der Reifenregel ganz zu schweigen. Da wird eine Menge Zeit in die perfekte Abstimmung gepackt, damit die Karre richtig funktioniert und dann muss der Fahrer auf Reifen wechseln, mit denen es einfach nicht oder nur schlecht geht. Erkläre mir bitte mal einer den Sinn? Sollen sie doch gleich einen bockharten Reifen vorschreiben, auf denen die Jungs nur noch rum rutschen, hauptsache der Zuschauer bekommt etwas geboten. Aber das hatten wir ja bei den Rillenreifen auch schon fast so! Noch besser wäre vielleicht, wenn alle Teams direkt vor dem Rennen Reifen bekämen, die sie vorher noch nie getestet hatten. Oder gleich die Abstimmungsmöglichkeiten von Fahrwerken verbieten.
Sorry, für mich ist das alles Kasperl-Theater für viel Geld, bei dem die Geldgeilen noch mehr verdienen, sonst nichts!
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