SPEEDWEEK Verkaufsstellen
SUCHE
letztes Update: 07.02.12 08:33
FORMEL 1
Domenicali sagt an, wer siegen darf
© DPPI
Domenicali sagt an, wer siegen darf

Die FIA wird ein Zeichen setzen

Von Guido Quirmbach26.07.10-13:24

Fragt sich nur, in welche Richtung?

Die verbotene Stallorder hat also wieder einmal zugeschlagen. Eigentlich nichts Besonderes. Das gab es auch nach dem Österreich-Desaster mehrfach, oft werden wir es noch nicht einmal mitbekommen haben.

Das Verbot der Stallorder ist sowieso ein fragwürdiger Artikel im Reglement und dazu noch schwer zu kontrollieren.

Aber: Es ist nun einmal da und im Reglement verankert! Und wenn etwas im Reglement steht, dann haben sich die Teilnehmer daran zu halten. Mit der Einschreibung in die Formel 1-WM erklären die Teams auch, nach dem Reglement zu handeln.
 
Mir will auch  der Sinn einiger Gesetze oder Regeln nicht in den Kopf gehen, doch wenn ich mich nicht daran halte, werde ich bestraft. So ist es im Leben!

Ferrari hat nicht nur gegen das Verbot der Stallorder verstossen, sie haben das Regelwerk lächerlich gemacht. Sie haben vor den Augen der Weltöffentlichkeit demonstriert, dass sie sich an die Regeln nicht gebunden fühlen, getreu dem Motto, «man kann uns eh nichts beweisen!» Eindeutige Funksprüche bis hin zur Entschuldigung bei Massa, Lügen vor TV-Mikrophonen, bei denen sich die Interviewten bald vor Lachen nicht halten konnten, Gesichter, die Bände sprechen. Domenicali erklärte die Notwendigkeit der Massnahme, aber natürlich auch, dass es sich dabei nicht um Stallorder gehandelt hat.

Es wurden schon Verbrecher, die die Tat bis zuletzt leugneten, wegen weit weniger eindeutiger Indizien verurteilt. Es gab ja dann auch die Strafe über 100.000,- $ und den Hinweis, diesen Fall nochmals zu behandeln.

Hier wird die FIA ein Zeichen für die Zukunft setzen. Belässt sie es bei dem für Formel 1-Verhältnisse lächerlich geringen Betrag ohne weitere Konsequenzen, dann gibt sie einen Freibrief für zukünftige Manipulationen des Reglements, die nicht 1:1 nachweisbar sind, wie beispielsweise einen Frühstart. Denn ein wohl organisiertes Team hat im Budget mögliche Strafen einkalkuliert.

Schmeisst sie beide Ferrari aus der Wertung von Hockenheim, hat sie bewiesen, dass sie die Sporthoheit sind, diejenigen, die die Regeln machen und deren Einhaltung überwachen.

So oder so, es geht in dem Fall einzig und allein um die Glaubwürdigkeit der Regelmacher. Noch ist die Chance da, sie zu bewahren.

Und eigentlich hat auch Jean Todt eine vielleicht einmalige Chance. Er kann zwar nicht alleine irgendwelche Urteile fällen, aber ein Wertungsausschluss von Ferrari würde auch viele seiner Kritiker verstummen lassen, die ihn im Amt als FIA-Präsident wegen seiner Vergangenheit als Ferrari-Rennleiter für befangen halten.

Und dann könnte sich das World Council nach der Saison auch einmal neue Gedanken über den Sinn dieser Regel machen. Aber darum geht es im Moment nicht!

Drucken  drucken

ARCHIV

Bookmark and Share

POSTINGS

Posting von Jenson am 27.07.10 12:07:34
Aus Perspektive des Sports ist eine Stallorder nicht gutzuheißen - das ist wohl Konsens unter Sportlern und Fans. Konsens dürfte aber auch sein, dass sie nicht per Verbot zu unterbinden ist. Ist nun aber das Ferrari-Prozedere mehr Verhöhnung des Regelwerks, als es die "elegante" aber nur etwas weniger offensichtliche Variante der Stallregie ist?
So nachvollziehbar eine Demonstration der FIA wäre, ein Wertungsausschluss steht in keiner Relation dazu, dass ein nur etwas geschickter durchgeführtes, aber ebenso deutliches Eingreifen der Teamführung eben nicht bestrafbar ist.
Nachvollziehbar wäre da eher eine Strafversetzung im Grid des nächsten GP...
Sie müssen sich anmelden, um einen Kommentar zu diesem Artikel zu veröffentlichen!

Zur Anmeldung

Seitenanfang

Ergebnisse
Twitter
Facebook
Pos.FahrerPkt.
1Sebastian Vettel392
2Jenson Button270
3Mark Webber258
4Fernando Alonso257
5Lewis Hamilton227
6Felipe Massa118
7Nico Rosberg89
8Michael Schumacher76

WM-Stand im Detail

AKTUELLE AUSGABE
Wie gut ist Vettels neues Rennauto? - Formel 1: Wir analysieren die Geheimnisse des neuen Red Bull Raciung RB8